V2G Autohersteller 2026: Welche Marken bieten Vehicle-to-Grid an?
Welche Autohersteller bieten Vehicle-to-Grid an?
Vehicle-to-Grid (V2G) – also das Einspeisen von Strom aus dem E-Auto ins öffentliche Netz – ist 2026 bei einigen Herstellern bereits Realität. Aber nicht jeder Hersteller der V2H kann, bietet auch V2G. Hier ist die komplette Übersicht.
V2G vs. V2H: Der Unterschied
- V2H (Vehicle-to-Home): Dein Auto versorgt dein Haus mit Strom. Braucht bidirektionale Wallbox.
- V2G (Vehicle-to-Grid): Dein Auto speist Strom ins öffentliche Netz. Braucht zusätzlich Netzverträglichkeit und Genehmigung.
V2H können inzwischen einige Autos – deutlich weniger, als Werbung und Ratgeberseiten suggerieren. V2G ist die nächste Stufe und in DACH erst bei einem Hersteller im Angebot.
V2L, V2H, V2G: Grundlagen erklärt →
Aktualisiert am 13. September 2026: Wir haben alle Fahrzeugangaben gegen die offiziellen Herstellerquellen geprüft und diesen Artikel deutlich korrigiert. Vor allem Hyundai/Kia, BYD, Volvo und Polestar waren zu optimistisch dargestellt – dort gibt es in Europa bislang nur V2L, kein V2H/V2G.
Hersteller mit V2G-Angebot in DACH
BMW (Neue Klasse)
Status: Einziges laufendes V2G-Angebot in Deutschland
- BMW iX3 – V2G mit E.ON (BMW Wallbox Professional, seit Februar 2026 bestellbar), V2H ab Ende 2026
- BMW i3 – V2H für Ende 2026 angekündigt; das E.ON-V2G-Paket nennt bislang nur den iX3
Volkswagen und Cupra (MEB-Plattform)
Status: V2H aktiv, V2G-Angebot mit Elli ab Ende 2026 (Deutschland)
- VW ID.3 Pro S, ID.4 Pro, ID.5 GTX, ID.7 Pro S, ID. Buzz Pro – ab 77 kWh und ID. Software 3.5
- Cupra Born 77 kWh, Tavascan VZ
- Skoda Enyaq 85, Elroq 85 und Epiq 55 können V2H, sind beim Elli-V2G-Start aber nicht dabei
Ford (MEB-Basis)
Status: V2H aktiv, V2G mit Octopus Energy in Deutschland ab Sommer 2026
- Explorer und Capri Extended Range – V2H über E3/DC edsn (DE/AT/CH), V2G ab Modelljahr 2026
Mercedes-Benz
Status: Angekündigt, Freischaltung per OTA ausstehend
- GLC mit EQ-Technologie als erstes Modell, CLA folgt – MB.CHARGE Home mit The Mobility House (DE/FR/UK, 2026)
- EQA, EQB – kein V2H/V2G
Nissan
Status: V2G-Pionier (CHAdeMO) – Auslaufmodell
- Nissan Leaf e+ – seit Jahren V2H/V2G via CHAdeMO, in Deutschland nicht mehr neu bestellbar
- Neuer Leaf (CCS): nur V2L; ein V2G-Angebot mit Valeo ist zunächst für Großbritannien angekündigt
Hersteller mit V2H, aber ohne V2G in DACH
Renault und Alpine
- Renault 4, Renault 5, Megane und Scenic (ab Modelljahr 2025), Alpine A290 – AC-bidirektionaler 11-kW-Onboard-Lader ab Werk
- V2G läuft in Frankreich kommerziell (Mobilize Power); für Deutschland angekündigt, aber ohne Termin – die Mobilize PowerBox Verso ist in DACH noch nicht erhältlich
Audi
- Q4 e-tron – V2H seit der Produktaufwertung 2026 (DE/AT/CH), der „erste Audi mit bidirektionalem Laden“
- Q6 e-tron – entgegen früheren Angaben nicht V2H-fähig
Volvo
- EX60 – von Volvo für V2H/V2G vorgesehen, Einführung schrittweise ab Schweden
- EX90 – V2H bislang nur in den USA (dcbel), in Europa nicht freigeschaltet
- EX30 – nur V2L per Software-Update; EX40 kann gar nicht bidirektional laden
Hersteller ohne V2H/V2G in Europa (Stand September 2026)
Hyundai / Kia
- IONIQ 5, IONIQ 6, IONIQ 9, EV3, EV4, EV5, EV6, EV9 – alle mit V2L, aber laut Hyundai Deutschland ist V2H/V2G „in aktiver Entwicklung“; Kia spricht von „V2X-Hardware-Vorbereitung“ und „Zukunftstechnologien“
- Einziges offizielles Europa-Programm: ein V2G-Pilot in den Niederlanden mit IONIQ 9 und EV9 (Vattenfall, 40–80 Haushalte)
- „AllDayEnergy“ startet in Großbritannien zunächst nur mit Smart Charging
BYD
- Atto 3, Dolphin, Seal, Seal U – in Europa nur V2L
- Österreich ist seit Juni 2025 offizieller BYD-Pilotmarkt für V2H – bislang ohne Modell, Partner oder Termin
Polestar
- Polestar 2, 3 und 4 – V2H in DACH über den MOON BiDi Charger (Freigabeliste MOON, seit Mai 2026); V2G ist nicht angekündigt
Tesla
- Weder V2H noch V2G in Europa; der V2L-Adapter fürs Model Y gibt es nur in den USA
- Powerwall als Hausspeicher-Alternative
Die Zukunft: ISO 15118-20
Ab Januar 2027 ist ISO 15118-20 für neu errichtete öffentlich zugängliche Ladepunkte (AC und DC) in der EU Pflicht (AFIR); ob private Wallboxen erfasst sind, ist umstritten. Das ist die Kommunikationsgrundlage für bidirektionales Laden – aber keine Pflicht, dass ein Auto oder eine Wallbox tatsächlich rückspeisen kann. Ob ein Modell V2H/V2G beherrscht, entscheidet weiterhin der Hersteller per Freigabe.
57 E-Autos mit V2H/V2G-Status im Vergleich →
Fazit
Wer heute in Deutschland V2G nutzen will, hat genau eine Option: BMW iX3 mit E.ON. Die breiteste V2H-Abdeckung hat der VW-Konzern (MEB ab 77 kWh mit DC-Wallbox), Ford zieht mit E3/DC nach, Renault hat die Hardware für AC-V2H im Auto – wartet aber auf den DACH-Start der Wallbox. Hyundai/Kia, BYD und Volvo EX30/EX40 sind trotz anderslautender Werbung in Europa bislang V2L-Autos.