LADEINFRASTRUKTUR

Öffentliche Ladeinfrastruktur in DACH

Wie gut ist das Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgestellt? Zahlen, Netzwerke und Ausbauziele auf einen Blick.

Aktuelle Zahlen DACH

Stand 2025 – Daten aus BNetzA (DE), E-Control (AT) und dem Schweizerischen Bundesamt für Energie.

Deutschland

~130.000

öffentliche Ladepunkte (BNetzA)

+40 % gegenüber Vorjahr

Österreich

~22.000

öffentliche Ladepunkte (E-Control)

+35 % gegenüber Vorjahr

Schweiz

~12.000

öffentliche Ladepunkte (ASTRA)

+30 % gegenüber Vorjahr

Verhältnis E-Autos zu Ladepunkten

In Deutschland kommen aktuell etwa 15–20 E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt. Die EU empfiehlt einen Richtwert von maximal 10:1. Die Schweiz erreicht mit ~8:1 bereits das Ziel – Deutschland hat noch Nachholbedarf.

Schnelllader-Netz in Europa

Wer betreibt die wichtigsten Hochleistungs-Ladestandorte im DACH-Raum?

IONITY

bis 350 kW

Europas größtes Premium-Schnellladenetz. Joint-Venture der großen Automobilhersteller. Standorte alle 120 km an Autobahnen. Tarife: Per-kWh oder IONITY Passport Abo (günstiger).

Tesla Supercharger

bis 250 kW jetzt offen

Seit 2023 für alle E-Autos geöffnet (Non-Tesla). Dichtes Netz, hohe Zuverlässigkeit. In der Regel 0,35–0,50 €/kWh für Nicht-Tesla-Fahrer. CCS-Adapter nötig für ältere Nicht-Tesla.

EnBW HyperNetz

bis 300 kW

Größtes deutsches Schnellladenetz. 2.500+ Standorte deutschlandweit. EnBW mobility+ App mit guter Abdeckung. Abo-Modell macht öffentliches Laden deutlich günstiger.

Fastned

bis 300 kW

Niederländisches Netz, stark an Autobahnen. 100 % Ökostrom. Bekannt für markante Solardach-Stationen. Fastned Freedom Abo für Vielfahrer lohnenswert.

Ausbauziele bis 2030

Deutschland · Masterplan Ladeinfrastruktur

1 Mio.

öffentliche Ladepunkte bis 2030. Aktuell ~130.000 – das bedeutet einen 8-fachen Ausbau in 5 Jahren. Kritiker bezweifeln die Erreichbarkeit des Ziels.

EU · AFIR-Verordnung (ab 2025)

alle 60 km

Pflicht: Schnelllader alle 60 km an Autobahnen des TEN-T-Kernnetzes. Mindestens 150 kW pro Standort, ab 2026 mindestens 350 kW. Pflicht für alle EU-Mitgliedstaaten.

Stadt vs. Land: Wer wird abgehängt?

Großstädte

München, Berlin, Hamburg, Wien, Zürich: gut bis sehr gut versorgt. Dichte Netzwerke, kurze Wege zu Ladestationen. Oft AC-Laden in Parkhäusern und Tiefgaragen verfügbar.

Problem: Laternenparker ohne eigene Wallbox. Öffentliches Laden als Ersatz wird teuer.

Ländlicher Raum

Erheblicher Nachholbedarf: Weite Wege zwischen Ladepunkten, häufig nur AC-Laden mit 22 kW. Schnelllader fehlen. Wer zuhause laden kann (eigene Garage/Wallbox), ist klar im Vorteil.

Lösung: Wallbox zuhause macht öffentliches Laden fast überflüssig im Alltag.

Was kostet das Laden?

Öffentliches Laden ist teuer – Zuhause laden ist clever.

Öffentlicher Schnelllader (DC)

IONITY, Tesla, EnBW – je nach Netz und Tarif

0,50–0,79 €/kWh

teuerste Option

Öffentlicher AC-Lader

Parkhaus, Supermarkt, Straße

0,40–0,65 €/kWh

je nach Anbieter

Wallbox zuhause

Standard-Haushaltsstrom

0,30–0,35 €/kWh

ca. Hälfte des öffentlichen Preises

PV-Überschuss zuhause

Günstigste Option

Eigener Solarstrom direkt ins E-Auto

~0,08 €/kWh

nur variable Kosten

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