LADEINFRASTRUKTUR
Öffentliche Ladeinfrastruktur in DACH
Wie gut ist das Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgestellt? Zahlen, Netzwerke und Ausbauziele auf einen Blick.
Aktuelle Zahlen DACH
Stand 2026 – Daten aus BNetzA (DE, Stand 08/2026), E-Control (AT, 02/2026) und Bundesamt für Energie (CH, 04/2026).
Deutschland
~212.000
öffentliche Ladepunkte (BNetzA)
Österreich
~37.000
öffentliche Ladepunkte (E-Control)
Schweiz
~18.300
öffentliche Ladepunkte (BFE)
Verhältnis E-Autos zu Ladepunkten
In Deutschland kommen rund 10 reine E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt (KBA/BNetzA, Anfang 2026). Die AFIR arbeitet nicht mehr mit Verhältniszahlen, sondern mit Leistungszielen je Streckenabschnitt.
Schnelllader-Netz in Europa
Wer betreibt die wichtigsten Hochleistungs-Ladestandorte im DACH-Raum?
IONITY
bis 400 kWEuropas größtes Premium-Schnellladenetz. Joint-Venture der großen Automobilhersteller. Dichtes Netz an Autobahnen. Tarife: Per-kWh oder IONITY Passport Abo (günstiger).
Tesla Supercharger
bis 250 kW jetzt offenSeit 2022 schrittweise für Fremdmarken geöffnet. Dichtes Netz, hohe Zuverlässigkeit. Ohne Abo ca. 0,56–0,79 €/kWh, mit Abo (12,99 €/Monat) ca. 0,38–0,46 €/kWh (Stand 09/2026). CCS-Kabel an der Säule – kein Adapter nötig.
EnBW HyperNetz
bis 400 kWGrößtes deutsches Schnellladenetz. Über 8.000 eigene Schnellladepunkte. EnBW mobility+ App mit guter Abdeckung. Abo-Modell macht öffentliches Laden deutlich günstiger.
Fastned
bis 400 kWNiederländisches Netz, stark an Autobahnen. 100 % Ökostrom. Bekannt für markante Solardach-Stationen. Fastned Freedom Abo für Vielfahrer lohnenswert.
Ausbauziele bis 2030
Deutschland · Masterplan Ladeinfrastruktur
1 Mio.
öffentliche Ladepunkte bis 2030. Aktuell ~212.000 – das bedeutet knapp eine Verfünffachung bis 2030. Kritiker bezweifeln die Erreichbarkeit des Ziels.
EU · AFIR-Verordnung (ab 2025)
alle 60 km
Pflicht: Ladeparks alle 60 km entlang des TEN-T-Kernnetzes – bis Ende 2025 mit mindestens 400 kW (davon mindestens ein Ladepunkt ≥ 150 kW), bis Ende 2027 mindestens 600 kW. Gilt für alle EU-Mitgliedstaaten.
Stadt vs. Land: Wer wird abgehängt?
Großstädte
München, Berlin, Hamburg, Wien, Zürich: gut bis sehr gut versorgt. Dichte Netzwerke, kurze Wege zu Ladestationen. Oft AC-Laden in Parkhäusern und Tiefgaragen verfügbar.
Problem: Laternenparker ohne eigene Wallbox. Öffentliches Laden als Ersatz wird teuer.
Ländlicher Raum
Erheblicher Nachholbedarf: Weite Wege zwischen Ladepunkten, häufig nur AC-Laden mit 22 kW. Schnelllader fehlen. Wer zuhause laden kann (eigene Garage/Wallbox), ist klar im Vorteil.
Lösung: Wallbox zuhause macht öffentliches Laden fast überflüssig im Alltag.
Was kostet das Laden?
Öffentliches Laden ist teuer – Zuhause laden ist clever.
Öffentlicher Schnelllader (DC)
IONITY, Tesla, EnBW – je nach Netz und Tarif
0,50–0,79 €/kWh
teuerste Option (Preise Stand 09/2026)
Öffentlicher AC-Lader
Parkhaus, Supermarkt, Straße
0,40–0,65 €/kWh
je nach Anbieter
Wallbox zuhause
Standard-Haushaltsstrom
0,30–0,35 €/kWh
ca. Hälfte des öffentlichen Preises
PV-Überschuss zuhause
Günstigste OptionEigener Solarstrom direkt ins E-Auto
~0,08 €/kWh
nur variable Kosten
Zurück zum Laden-Überblick
Alle Themen rund ums Laden: Geschwindigkeit, Unterwegs und Ladestandards.
Zum Laden-Hub