LADEINFRASTRUKTUR
Öffentliche Ladeinfrastruktur in DACH
Wie gut ist das Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgestellt? Zahlen, Netzwerke und Ausbauziele auf einen Blick.
Aktuelle Zahlen DACH
Stand 2025 – Daten aus BNetzA (DE), E-Control (AT) und dem Schweizerischen Bundesamt für Energie.
Deutschland
~130.000
öffentliche Ladepunkte (BNetzA)
Österreich
~22.000
öffentliche Ladepunkte (E-Control)
Schweiz
~12.000
öffentliche Ladepunkte (ASTRA)
Verhältnis E-Autos zu Ladepunkten
In Deutschland kommen aktuell etwa 15–20 E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt. Die EU empfiehlt einen Richtwert von maximal 10:1. Die Schweiz erreicht mit ~8:1 bereits das Ziel – Deutschland hat noch Nachholbedarf.
Schnelllader-Netz in Europa
Wer betreibt die wichtigsten Hochleistungs-Ladestandorte im DACH-Raum?
IONITY
bis 350 kWEuropas größtes Premium-Schnellladenetz. Joint-Venture der großen Automobilhersteller. Standorte alle 120 km an Autobahnen. Tarife: Per-kWh oder IONITY Passport Abo (günstiger).
Tesla Supercharger
bis 250 kW jetzt offenSeit 2023 für alle E-Autos geöffnet (Non-Tesla). Dichtes Netz, hohe Zuverlässigkeit. In der Regel 0,35–0,50 €/kWh für Nicht-Tesla-Fahrer. CCS-Adapter nötig für ältere Nicht-Tesla.
EnBW HyperNetz
bis 300 kWGrößtes deutsches Schnellladenetz. 2.500+ Standorte deutschlandweit. EnBW mobility+ App mit guter Abdeckung. Abo-Modell macht öffentliches Laden deutlich günstiger.
Fastned
bis 300 kWNiederländisches Netz, stark an Autobahnen. 100 % Ökostrom. Bekannt für markante Solardach-Stationen. Fastned Freedom Abo für Vielfahrer lohnenswert.
Ausbauziele bis 2030
Deutschland · Masterplan Ladeinfrastruktur
1 Mio.
öffentliche Ladepunkte bis 2030. Aktuell ~130.000 – das bedeutet einen 8-fachen Ausbau in 5 Jahren. Kritiker bezweifeln die Erreichbarkeit des Ziels.
EU · AFIR-Verordnung (ab 2025)
alle 60 km
Pflicht: Schnelllader alle 60 km an Autobahnen des TEN-T-Kernnetzes. Mindestens 150 kW pro Standort, ab 2026 mindestens 350 kW. Pflicht für alle EU-Mitgliedstaaten.
Stadt vs. Land: Wer wird abgehängt?
Großstädte
München, Berlin, Hamburg, Wien, Zürich: gut bis sehr gut versorgt. Dichte Netzwerke, kurze Wege zu Ladestationen. Oft AC-Laden in Parkhäusern und Tiefgaragen verfügbar.
Problem: Laternenparker ohne eigene Wallbox. Öffentliches Laden als Ersatz wird teuer.
Ländlicher Raum
Erheblicher Nachholbedarf: Weite Wege zwischen Ladepunkten, häufig nur AC-Laden mit 22 kW. Schnelllader fehlen. Wer zuhause laden kann (eigene Garage/Wallbox), ist klar im Vorteil.
Lösung: Wallbox zuhause macht öffentliches Laden fast überflüssig im Alltag.
Was kostet das Laden?
Öffentliches Laden ist teuer – Zuhause laden ist clever.
Öffentlicher Schnelllader (DC)
IONITY, Tesla, EnBW – je nach Netz und Tarif
0,50–0,79 €/kWh
teuerste Option
Öffentlicher AC-Lader
Parkhaus, Supermarkt, Straße
0,40–0,65 €/kWh
je nach Anbieter
Wallbox zuhause
Standard-Haushaltsstrom
0,30–0,35 €/kWh
ca. Hälfte des öffentlichen Preises
PV-Überschuss zuhause
Günstigste OptionEigener Solarstrom direkt ins E-Auto
~0,08 €/kWh
nur variable Kosten
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