UNTERWEGS LADEN
Apps, Netzwerke & Tipps für die Langstrecke
Welche Lade-App brauchst du wirklich? Wie funktioniert Roaming? Und wie planst du entspannte Langstreckenreisen mit dem E-Auto?
Die wichtigsten Lade-Apps
Du brauchst nicht zehn Apps. Zwei reichen für 95 % der Ladevorgänge.
EnBW mobility+
Empfohlen für DEGrößtes deutsches Ladenetz · Abo-Modell
2.500+ Standorte in Deutschland, gute Österreich-Abdeckung. Abo "EnBW mobility+" für 17,99 €/Monat macht AC-Laden deutlich günstiger. Ad-hoc ohne Abo möglich, aber teurer. Zuverlässige App mit Echtzeitverfügbarkeit.
Maingau EinfachStromLaden
Roaming-StärkeBreite Roaming-Abdeckung · Günstige Preise
Über Roaming Zugang zu vielen Netzwerken mit einer Karte. Abo 7,99 €/Monat, dann einheitlicher Preis für alle Partnernetzwerke. Besonders gut für Vielseitig-Lader die verschiedene Netze nutzen.
ADAC e-Charge
Für ADAC-Mitglieder · breite Abdeckung
Interessant für bestehende ADAC-Mitglieder. Zugang zu über 500.000 Ladepunkten europaweit über Roaming-Partnerschaften. Transparente Preisstruktur, keine monatliche Grundgebühr.
Shell Recharge
International · bekannte Marke
Gut für internationale Reisen innerhalb Europas. Netzwerk an Shell-Tankstellen + Roaming-Partner. Preise etwas höher als Spezialanbieter, dafür bekannte Marke und gute Kreditkartenakzeptanz.
Plugsurfing
Europäisches Roaming · Kreditkarte
Europaweit verbreitet, Zugang zu 400.000+ Ladepunkten. Kann direkt per Kreditkarte genutzt werden ohne Abo. Gut als Backup-Lösung für Reisen in weniger bekannte Regionen.
Roaming: Eine App, viele Netzwerke
So funktioniert die "Mobilfunk-Logik" des Ladens.
Lademit-Roaming funktioniert wie Mobilfunk-Roaming: Du hast einen Vertrag mit einem Anbieter (z.B. EnBW) und kannst damit auch an Ladesäulen anderer Netzwerke laden. Dein Anbieter rechnet das im Hintergrund mit dem anderen Netz ab.
Die technischen Standards dafür heißen Hubject (intercharge-Protokoll) und OCPI (Open Charge Point Interface). Sie sorgen dafür, dass Netzwerke miteinander kommunizieren können.
Praxis-Tipp
2 Apps reichen für 95 % der Ladevorgänge in DACH
Kombiniere eine Netzwerk-App (z.B. EnBW für dein Hauptnetz) mit einer Roaming-App (z.B. Maingau oder ADAC) als Backup. Damit erreichst du nahezu alle öffentlichen Ladepunkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Langstrecke planen – entspannt statt stressig
A Better Route Planner (ABRP)
EmpfohlenDer Gold-Standard unter den E-Auto-Reiseplanern. Kennt die Ladekurve fast jedes Fahrzeugs, berechnet optimale Stopps und integriert Wetter, Topografie und Fahrstil. Kostenlos mit optionalem Premium-Abo.
Hersteller-Navigation (integriert)
Tesla, BMW, VW und Hyundai haben gute integrierte Ladeplaner. Vorteil: direktes Starten der Batterievorkonditionierung. Nachteil: oft auf eigenes Netzwerk optimiert (z.B. Tesla → Supercharger).
Ladepausen = Reisepausen
Moderne Reisenden halten alle 2–2,5 Stunden eine Pause – das entspricht fast exakt dem Laderhythmus eines E-Autos. Wer das verinnerlicht, erlebt Langstrecke mit E-Auto entspannter als mit Verbrenner.
Wie bezahle ich an Ladesäulen?
Ad-hoc-Bezahlung
Direkt an der Säule ohne Vertrag: Kreditkarte kontaktlos, QR-Code-Scan oder App. Seit Juli 2024 EU-Pflicht: alle neuen Schnelllader müssen Kreditkarte akzeptieren.
Teurer pro kWh, aber ohne Bindung
Abo-Modelle
7–18 €/Monat Grundgebühr, dafür deutlich günstiger pro kWh. EnBW, Maingau, Fastned, ADAC bieten Abos. Lohnt sich ab etwa 200–300 km/Monat öffentlichem Laden.
Günstiger bei regelmäßiger Nutzung
Die wichtigsten Reise-Tipps
Vor der Fahrt planen
Route in ABRP eingeben – auch Ladestopps reservieren wo möglich (Tesla, IONITY).
Nicht unter 10 % ankommen
Puffer einplanen – Ladesäulen können belegt oder defekt sein. 15 % als Minimalziel.
Schnelllader gezielt nutzen
DC-Schnelllader sind teurer und belasten die Batterie mehr. Nur auf Langstrecke, nicht als tägliche Lösung.
Backup-App installieren
Immer zwei Apps dabei haben. Wenn die Säule des Hauptanbieters nicht funktioniert, rettet die zweite App.
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